Es gibt Häuser, die sind mehr als eine Unterkunft – weil sie Menschen in einer besonderen Lebensphase einen geschützten Rahmen eröffnen. Haus Felix in Bad Aibling ist ein solcher Ort. Eingebettet in die grüne Landschaft rund um Bad Aibling, dort, wo die Luft nach Alpen riecht, bietet es Raum zur Neuorientierung. Ein Zuhause auf Zeit, in dem Mütter mit ihren Kindern Schutz, Orientierung und Halt finden – und lernen, sich selbst und ihrem Weg wieder zu vertrauen.
Viele Mütter haben bewegte Zeiten hinter sich: Beziehungsabbrüche, Überforderung, seelische Erschöpfung.
Oft war das Leben zu laut, zu viel, zu schnell. In Haus Felix muss niemand perfekt funktionieren – hier darf man durchatmen und sich neu sortieren. Es geht nicht um Leistung, sondern um Entwicklung – behutsam, ehrlich und in der eigenen Geschwindigkeit. Im Mittelpunkt steht immer das, was verbindet: Die Beziehung zwischen Mutter und Kind. Denn nur wenn eine Mutter sich sicher und verstanden fühlt, kann sie ihrem Kind Stabilität geben. Die Arbeit im Haus basiert auf Beziehung, Vertrauen und Verlässlichkeit – getragen von einem Team, das zuhört, stärkt, ermutigt und auch dann bleibt, wenn es schwierig wird.
Jede Mutter wird individuell begleitet, getragen von einem beziehungsorientierten Betreuungsnetz.
Ergänzt wird diese enge Begleitung durch regelmäßige Gespräche mit einer Psychologin, die hilft, persönliche Themen aufzuarbeiten, emotionale Blockaden zu lösen oder alte Verletzungen behutsam anzusehen. Besonders geschätzt ist auch die Kunsttherapie – ein Raum, in dem Gefühle, für die Worte fehlen, sichtbar werden dürfen. In Farben, Formen und kleinen kreativen Momenten entsteht oft etwas, das man nicht planen kann: ein Stück Selbstvertrauen. Neben dieser inneren Stärkung spielt auch die praktische Unterstützung eine große Rolle: Eine Kinderkrankenschwester steht den Müttern rund um die gesundheitliche Versorgung und Entwicklung ihrer Kinder mit fachlichem Rat und viel Einfühlungsvermögen zur Seite.
Ein Platz, an dem Hoffnung wächst
Als Melanie mit ihren drei Kindern ins Haus Felix einzog, war sie voller Zweifel. Zu groß erschien die Aufgabe, alles unter einen Hut zu bringen – den Alltag, die Sorgen, die Verantwortung. Sie erinnert sich gut an ihre erste Zeit im Haus Felix: „Ich war unsicher, ob ich das schaffe. Alles war neu.“ Doch mit der Zeit wurde das Haus für sie zu einem sicheren Hafen. Durch die Begleitung der Pädagoginnen, den Austausch mit anderen Müttern und die therapeutische Unterstützung wuchs ihr Selbstvertrauen. Heute sagt sie: „Die Gespräche haben mich wieder vom Boden hochgehoben und mir Sicherheit gegeben. Jetzt traue ich mir zu, Grenzen zu setzen – auch in schwierigen Situationen. Ich weiß jetzt, dass ich das kann.“ Auch im Umgang mit ihren Kindern hat sich viel verändert. Melanie traut sich mittlerweile zu, in anspruchsvollen Situationen selbstständig zu handeln und konsequent zu bleiben. Sie lächelt: „Ich bin dem Haus Felix dankbar dafür, was ich hier lernen durfte.“
Melanies Geschichte steht stellvertretend für viele. Sie zeigt, wie Beziehung und Vertrauen Veränderung möglich machen – leise, aber spürbar. Haus Felix ist ein Zuhause der kleinen Schritte. Ein geschütztes Umfeld, in dem Entwicklung Zeit haben darf und niemand perfekt sein muss, um willkommen zu sein. Ein Platz, an dem Hoffnung wieder Gestalt annimmt – manchmal in einem Gespräch, manchmal in einem Bild, manchmal einfach im Lächeln eines Kindes.